Borkum, Fotos, Gedanken

Morgens, wenn die Gäste noch schlafen oder in langen Schlangen vor den Bäckern stehen.

Morgens, wenn der Strand noch ziemlich unberührt und friedlich vor einem liegt.

Morgens, wenn die Möwen die Überreste des vergangenen Tags verspeisen.

Morgens, wenn vereinzelte Freizeitsportler ihre Nordic Walking Stöcke am Spülsaum entlang tragen.

Morgens, wenn die Insel erst langsam erwacht und fleißige Hände alles für den Tourismus bereiten.

Morgens, wenn man die Ruhe, die die Insel ausmacht, auch im Sommer noch spürt.

:)

Allgemein, Gedanken

Sehnsucht nach Borkum ist für mich

Einfach mal tief durchatmen, wenn der Alltagsstress überwiegt

Einfach mal abschalten, wenn der Kopf sich die ganze Zeit im Kreis dreht

Einfach mal genießen, wenn im Sommer der feine Sand durch die Zehen rinnt

Einfach mal spüren, wenn im Winter der Wind an der Resten der Frisur zerrt

Einfach mal träumen, wenn am Horizont die Windräder im Takt blinken

Einfach mal den Alltag vergessen, wenn im Sommer tausende Touristen die Insel bevölkern

Einfach mal Freiheit spüren, wenn man Mutterseelenallein hinter Hooge Hörn spazieren geht

Einfach mal Lachen, wenn eine mutige Möwe an der Promenade jemandem das Eis klaut

Einfach mal helfen, wenn wieder jemand am Bahnhof fragt, wo es zum Strand geht

Einfach mal schmecken, wenn sich an der Brandungszone das Salz auf den Lippen niederlässt

Einfach mal machen, wenn es darum geht seine Sachen zu packen und auf die Insel meiner Träume auszuwandern

Einfach mal leben, wo andere Urlaub machen

Borkum, Gedanken

Wie viele von euch mitbekommen haben lebe ich auf einer deutschen Nordseeinsel.

Hier bei uns gibt es gelbe Postautos, gelbe Post LKWs, Streetscooter, einen kombinierten Hermes / DPD / UPS / GLS Paketdienst (mit nervigen Öffnungszeiten)etc.

Ja, Pakete brauchen gerne einmal einen Tag länger. Aber sie kommen an. Zumindest genauso sicher wie sie es im Rest Deutschlands auch tun. Und das sogar ohne extra auf einen Stückgutfrachter verladen zu werden, ohne per Hand an eine Brieftaube geknotet zu werden, ohne an eine unfassbar teure Paketdrohne geklebt zu werden.

12€ Inselzuschlag

Die deutsche Post hat das schon sehr lange verstanden und berechnet keinen Inselzuschlag.

Hermes hat es auch verstanden und berechnet bei Paketen keinen Aufpreis, beim Gepäckversand aber 7€ zusätzlich.

UPS nimmt einen Versandaufschlag bei Lieferungen nach Afghanistan, aber nicht für Borkum.

DPD weißt den Zuschlag noch aus, berechnet ihn aber bei Paketen nicht mehr (zumindest als ich es online ausprobiert habe).

Und GLS? Die nehmen weiterhin 13,95€ Aufpreis. Immer.

Egal wie groß und schwer die Sendung ist.

Obwohl sie exakt den selben Arbeitsaufwand haben, wie die anderen Logistiker. Paket nach Emden bringen, in einen Container legen, fertig. Der Inselspediteur übernimmt und stellt es nach 2-4 weiteren Tagen zu.

Wie komme ich grade jetzt darauf? Und wieso ist das nervig oder gar ein Problem?

Viele Shops bieten kostenfreien Versand an ab einem bestimmten Einkaufswert, egal ob man das sinnvoll findet oder nicht.

12€ Inselzuschlag plus 3,90€ normale Versandkosten

Bei einigen Shops kann man seinen Logistiker als Kunde selbst aussuchen. Aber leider nicht bei allen. Und auch heutzutage gibt es immer noch zahlreiche Händler, die einen Versand auf die ostfriesischen Inseln von vornherein ausschließen.

Wenn man dann einen passenden gefunden hat, ist es sehr nervig wenn man entspannte 12€ Inselzuschlag zahlen darf, die gerne mal den Warenwert übersteigen.

Übrigens vollkommen egal, wie groß der Wert des Warenkorbs ist.

PS: Bei dem Beispielshop wird übrigens mit DPD versendet.

Genau, das sind die von dem Bild oben, die keinen Aufpreis berechnen. Da steckt sich der Händler also den angeblichen Aufschlag schön selbst in die Tasche.

12€ Inselzuschlag
Allgemein, Filme, Gedanken

Ok, ich gebe zu der Titel ist ziemlich reißerisch, aber es ist tatsächlich wahr.

Nach langen Jahren des Planens haben ARD und ZDF im Oktober 2016 funk gestartet. Hier soll es laut Eigenauskunft um Online-Inhalte in den Kategorien „Informieren”, „Orientieren” und „Unterhalten” für 14- bis 29-Jährige gehen. Da ich momentan grade noch so in der Zielgruppe liege, scheint das auch zu funktionieren.
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Borkum, Fotos, Gedanken, Reise

Heiter & Kommodig – Der Januar auf Borkum

Der erste Monat des Jahres liegt nun schon hinter uns und rückblickend muss man sagen: Hätte die Insel besser ins Jahr 2016 starten können? Nein!
Eine volle Promenade zum wunderbaren Silvesterfeuerwerk und das Ganze bei angenehmen Temperaturen.

Dann zum traditionellen DLRG Neujahrsbaden strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und fantastische Stimmung bei allen. 384 mutige Frauen und Männer stürzten sich in die Fluten, stellten einen neuen Teilnehmerrekord auf und wurden dabei von mehreren Tausend Menschen auf der Promenade angefeuert und bestaunt.

Am ersten großen Abreisewochenende des Jahres dann wieder das vertraute Geräusch von Koffern, die in Richtung Inselbahnhof gezogen werden. Am Samstag noch bei viel Sonnenschein, am Sonntag folgte dann der Wintereinbruch mit sehr viel Eis auf den Wegen durch die Stadt.

Und dann, als auf der Insel wieder die so typische Winterruhe eingekehrte, kam er endlich, der erste Schnee des Jahres.
Am Anfang nur kurz für ein paar Stunden, ein kleiner Überraschungsbesuch am späten Donnerstagabend, doch dann, passend zum nächsten Wochenende, kam er zurück und hüllte die ganze Insel ein.
Die Inselgäste konnten bestaunen, wie sich ein wunderschöner Sandstrand in eine richtige Winterlandschaft verwandelt. Schneemänner und Schneerobben wurden gebaut, Schneeballschlachten und ausgedehnte Winterspaziergänge gemacht und so mancher genoss diesen heimeligen Anblick mit einem heißen Kakao oder einem typisch friesischen Grog und wärmte sich so von innen.

Wenn der Fotograf dann auch noch mehr Licht bekommt ist er nicht mehr zu halten :-DGenießt das Wochenende

Posted by Torsten Dachwitz Fotografie on Samstag, 16. Januar 2016

Generell genießen die meisten Urlaubsgäste um diese Jahreszeit die Ruhe auf der Insel, es ist einfach unglaublich kommodig (Plattdeutsch für bequem, behaglich, gemütlich) im Januar.
Es gibt keine Menschenmassen mehr in den Straßen, keine vollen Gänge in den Supermärkten, freie Plätze in Restaurants und auf langen Spaziergängen über die Insel kann man fast stundenlang laufen ohne jemandem zu begegnen.

Erholung ist das Wort des Januars, Gäste, Insulaner und Insel selbst atmen einmal tief durch und erholen sich jetzt so richtig vom letzten Jahr.
Aber doch tut sich gleichzeitig allerhand, viele Handwerker arbeiten fleißig, räumen aus und richten neu ein, Geschäfte wechseln Ihren Standort und die Insulaner und Betriebe machen sich Gedanken, was man für die neue Saison verändern könnte um sich und den Gästen noch mehr bieten zu können und das Erlebnis Borkumurlaub zu verbessern.
Abends sitzen Urlauber und Insulaner dann andächtig nebeneinander in Gaststätten und Restaurants, tauschen sich aus, halten Klönschnack und genießen einfach das Gefühl, das Hektik und auch Stress des normalen Alltags auf einmal ganz weit weg sind.

Auf keine Zeit im Jahr trifft die Insellosung wohl so sehr zu wie auf den Winter:
Mediis Tranquillus in Undis, ruhig inmitten der Wogen.

Borkum, Gedanken, News

Da stöbert man früh Morgens nichts ahnend durch seinen Twitterfeed und stellt fest, dass sich der Blog Politically Incorrect neuerdings auch um das wunderschöne Borkum kümmert.
Und Nein, es geht nicht schon wieder um den Vögelurlaub sondern um etwas angeblich viel schlimmeres. Was mir persönlich allerdings noch gar nicht aufgefallen ist, aber:

Die islamische Besetzung der Insel Borkum hat begonnen

So! Und wie äußert sich das also?
Andreas F. (mehr ist über den Autor des Beitrags nicht zu erfahren) sieht auf einmal nur noch verhüllte und verschleierte! Überall! In der Stadt! Vor der Eisdiele! Und, sogar am Strand!

Sie liegen – noch – etwas abseits in der mitgebrachten Strandmuschel, den umwickelten Kopf darin versteckt, den übrigen Körper in Mäntel, Jacken und lange Hosen gehüllt, in der hochsommerlichen Sonne am Borkumer Strand. Nur ein Alptraum? Leider nein.

Unverschämtheit! Gäste! Die auch noch hier Geld für Ihren Urlaub ausgeben! Und die liegen am Strand! Was denken die sich denn dabei! Da kann ja jeder kommen, der hier seinen Urlaub verbringen will und dafür bezahlen möchte!

Früher wäre hier ja noch alles ganz toll gewesen, christliche Gesangstunden am Strand, Morgenandachten, Lagerfeuer, Fackelmärsche, Bundesweite Postkartenaktionen, Bäder-Antisemitismus… Oh, soweit hat der Verfasser ja gar nicht argumentiert (obwohl all das tatsächlich zur Geschichte der Insel dazugehört). Aber man merkt ihm deutlich an, wie sehr in die Vielfalt, die sich in den letzten Jahren hier entwickelt hat, quasi ankotzt. Und wie sehr er sich anstrengen musste, nicht wortwörtlich „Früher war alles besser“ & „ich bin zwar kein Rassist, aber“ zu schreiben.

Ich frage mich wirklich, was in den Köpfen solcher Menschen vorgeht.
In den letzten Jahren hat sich meiner Meinung nach auf Borkum sowohl von Insulaner Seite als auch von den Touristen aus eine gute, tolle und freundliche Mischung aus verschiedenen Kulturen und Menschen ergeben. Die alle gut und problemlos miteinander auskommen, sich helfen, wenn Hilfe benötigt wird und, von der Insulaner Seite aus, alles geben um den zahlenden Gästen hier einen tollen und unvergesslichen Urlaub zu ermöglichen.
Deutsche, Italiener, Albaner, Kroaten, Polen, Türken und und und geben alle zusammen Ihr bestes um die Insel gemeinsam weiterzuentwickeln (zuletzt klar sichtbar bei den Überlegungen zum Zukunftsprojekt Borkum 2030).
Und jetzt kommt ein einzelner und wittert hier den Untergang des christlichen Abendlandes, weil er es geschafft hat, eine Person (vermutlich ungefragt) in der Innenstadt zu fotografieren?
Das kann doch nicht wirklich sein, dass wir uns hier von einzelnen erzählen lassen müssen, das die Kulturinsel bald zu Moschee umgebaut wird?

Das ist billige und heuchlerische Panikmache, gegen die aktiv vorgegangen werden muss und die nicht einfach still hingenommen werden darf.
Denn Borkum wird nicht Börküm sondern Borkum bleibt Borkum und Borkum bleibt bunt!